Was wurde untersucht?
Die Studie untersuchte, welche Vorteile Lehrer*innen in partizipativer demokratischer Bildung sehen und welche Faktoren beeinflussen, ob sie diese positiven Wirkungen erwarten. Befragt wurden 331 österreichische Lehrkräfte zu ihrem Demokratieverständnis, ihren Erfahrungen mit Schülerbeteiligung und ihren Sorgen bezüglich der Umsetzung.
Die wichtigsten Ergebnisse
Lehrer*innen verbinden Schülerbeteiligung vor allem mit zwei großen Nutzenbereichen:
- Soziale und persönliche Kompetenzen (bessere Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen, mehr Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit, größere Toleranz und Verständnis für Vielfalt, usw.)
- Stärkeres demokratisches Verständnis (besseres Wissen über demokratische Prozesse, mehr politische Beteiligungsbereitschaft, Abbau von Hierarchien und stärkere Mitgestaltung in der Schule)Ob Lehrer*innen diese positiven Effekte erwarten, hängt jedoch stark von ihren Überzeugungen und Sorgen ab:
Positive Prädiktoren (erhöhen die Erwartung von Vorteilen):
– Demokratie als politische Teilhabe definieren: Lehrkräfte, die Demokratie als aktives Mitgestalten verstehen, erwarten deutlich mehr positive Wirkungen.
– Beteiligung in Schulgremien (z. B. Schulparlament)
– Beteiligung im Unterricht (z. B. Mitgestaltung von Lernprozessen)
– Mitbestimmung in der Schul- und Klassenkultur
Negative Prädiktoren (senken die Erwartung von Vorteilen):
– Angst vor Kontrollverlust und Chaos senkt die Erwartung von sozialen/persönlichen Gewinnen
– Zweifel an der Motivation der Schüler*innen senkt die Erwartung von demokratischem Wissen und Beteiligung
– Organisatorische Belastung hingegen beeinflusst die Erwartungen kaum.
Was bedeutet das?
Die Studie zeigt, dass positive Einstellungen zu Schüler*innenbeteiligung davon abhängen, wie Lehrer*innen Demokratie definieren und welche Erfahrungen und Befürchtungen sie haben.
Damit demokratische Bildung gelingt, brauchen Lehrkräfte Unterstützung, die nicht nur Ideale vermittelt, sondern auch hilft, mit Kontrollabgabe umzugehen, Beteiligungsprozesse gut zu strukturieren und Vertrauen in die Fähigkeiten der Schüler*innen aufzubauen.
