Forschungstagebuch

Kurzbeschreibung
Das Forschungstagebuch ist ein reflexives Instrument zur kontinuierlichen Dokumentation von Erfahrungen, Beobachtungen, Emotionen und Lernprozessen. Im Citizen-Science-Kontext unterstützt es die Selbstverortung als Co-Forschende:r und fördert die Verbindung von subjektiver Erfahrung und kollektiver Analyse.

Zentrale Elemente

  • Regelmäßige schriftliche (oder audio-/visuelle) Einträge
  • Kombination aus deskriptiven und reflexiven Passagen
  • Nutzung als Diskussionsgrundlage in Gruppen
  • Beitrag zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Forschungsprozesses

Auf diesem Bild sieht man ein Beispiel für dieses Thema …

Bildungstheoretische Verortung

Das Forschungstagebuch ist ein Instrument reflexiver Subjektbildung. In der Tradition von Schöns „reflective practitioner“ und der Aktionsforschung (Altrichter/Posch) dient es der bewussten Verschränkung von Erfahrung, Deutung und Handlung.

Bildung wird hier als Prozess der Selbstvergewisserung im Vollzug von Praxis verstanden. Subjekte beobachten sich selbst als Lernende und Forschende – ein zentraler Moment pädagogischer Professionalität.

Bildungspotenzial

  • Förderung metakognitiver Kompetenzen
  • Entwicklung reflexiver Distanz
  • Dokumentation von Lern- und Transformationsprozessen
  • Verbindung individueller und kollektiver Erkenntnis

Theoretische Bezugspunkte und Schlüsselliteratur

  • Herbert Altrichter, Peter Posch und Harald Spann (2018). Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung. 5. gründl. überarb. Auflage. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt. https://www.utb.de/doi/epdf/10.36198/9783838547541
  • Robert Emerson, Rachel I. Fretz, Linda L. Shaw, L. (2011): Writing Ethnographic Fieldnotes.2. Auflage. Chicago und London: University Chicago Press
    https://williamwolff.org/wp-content/uploads/2016/01/emerson-fieldnotes-2011.pdf

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