30 Jahre IfEB

Doing Democracy: Bildungsforschung und Partizipation in Krisenzeiten

Wie kann Bildung demokratische Teilhabe stärken – gerade in Zeiten gesellschaftlicher Krisen? Dieser Frage widmete sich die Jubiläumsveranstaltung „Doing Democracy: Bildungsforschung und Partizipation in Krisenzeiten“ anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Instituts für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung (IfEB) der Universität Klagenfurt.

Nach der Begrüßung durch die Vizerektorin und die Institutsleitung eröffnete Birgit Sauer die Veranstaltung mit einer Keynote zum Thema „Rechtsautoritäre antidemokratische Mobilisierung. Die Bedeutung von Geschlecht, Affekt und Emotionen“. Anhand aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen zeigte sie auf, wie autoritäre Bewegungen gezielt mit Emotionen und Bedrohungsnarrativen arbeiten und welche Bedeutung demokratische Bildung für eine widerstandsfähige Gesellschaft hat.

Anschließend folgten vier Kurzimpulse aus unterschiedlichen Perspektiven der Bildungsforschung. Krankheitsbedingt musste Irene Cennamo ihre Teilnahme leider absagen.

Peter Gstettner betonte in seinem Beitrag die Rolle einer kritischen Bildungsforschung in gesellschaftlichen Krisenzeiten. Wissenschaft müsse Machtverhältnisse reflektieren, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch begleiten und Räume für demokratische Gestaltung offenhalten.

Hans Karl Peterlini stellte die Frage, wie demokratisch Bildung tatsächlich ist. Obwohl Demokratiebildung in Bildungsplänen fest verankert sei, würden bestehende Ungleichheiten und Ausschlussmechanismen oft weiterhin reproduziert. Bildung müsse daher stärker auf Chancengerechtigkeit, Teilhabe und gesellschaftliche Transformation ausgerichtet werden.

Rosemarie Schöffmann widmete sich den Bedingungen demokratischer Bildung aus einer intersektionalen und dekolonialen Perspektive. Sie zeigte auf, wie Bildungsräume gestaltet werden können, in denen Vielfalt anerkannt und gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen ermöglicht wird.

Im Anschluss diskutierten die Vortragenden gemeinsam mit dem Publikum die unterschiedlichen Perspektiven und Herausforderungen demokratischer Bildungsarbeit.

Den Nachmittag bildete ein World-Café unter dem Titel „Zwischen Krise, Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung“. An fünf Thementischen wurden aktuelle Fragestellungen vertieft:

  • Diversität, Narrative und gesellschaftliche Konflikte
  • Erwachsenenbildung und Demokratieförderung
  • Demokratiebildung in der Schule
  • Transformation sowie Inklusion und Exklusion
  • Militarisierung und Bildung

Das offene Diskussionsformat bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und gemeinsam über die Zukunft demokratischer Bildungsarbeit nachzudenken.

Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete Peter Schlögl mit einem Ausblick unter dem Titel „Wohin soll die Reise gehen?“. Dabei wurde deutlich, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder neu gelernt, gestaltet und gemeinsam gelebt werden muss.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Bildungsforschung weit über wissenschaftliche Erkenntnis hinausgeht: Sie schafft Räume für Dialog, stärkt demokratische Handlungskompetenzen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung einer offenen und solidarischen Gesellschaft.

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